Kündigung wegen Teilzeit-Wunsch

Die DIS AG hatte es dann doch eilig, mich loszuwerden. Keine Ahnung, was der wahre Grund ist. Man gab an, es sei unmöglich einen Job für mich zu finden, dessen Arbeitszeit weniger als 40 Wochenstunden vorsieht. Ich hätte mich sogar noch für 35 Wochenstunden hergegeben. Doch nein, es hat nicht sollen sein.

Das Kündigungsschreiben kam per Kurierdienst, weil ich mich nicht persönlich im Büro der DIS AG einfinden wollte. Letzten Endes ist eingetroffen, was ich mir insgeheim gewünscht habe: Die Zeitarbeit wurde beendet. Doch nun habe ich gar keinen Job mehr und somit auch kein Geld. Da ich mich in den vergangenen Monaten jedoch daran gewöhnt hatte, relativ viel Geld zur Verfügung zu haben, ist es nun recht bedrückend, auf das Ersparte zurückgreifen zu müssen.

Weiterlesen

Advertisements

Shame on me

Gestern hatte ich wieder ein Vorstellungsgespräch, diesmal bei Manpower. DIS AG, az GmbH, Manpower – mittlerweile habe ich mich schon bei den größten Zeitarbeitsfirmen in Berlin registrieren lassen, bei vielen kleinen, unbekannten sowieso. Und trotzdem hocke ich immer noch zu Hause. Ich weiche aber auch konsequent keinen Schritt zurück von meiner Vorgabe: bis 15.30 Uhr maximal – länger arbeite ich nicht. Ich will einfach keine Wochenend-Mami sein.

Wie auch immer, das Vorstellungsgespräch verlief ganz gut. Zeitarbeitsfirmen gehen komischerweise nicht auf jedes Detail ein, insofern ist ein Vorstellungsgespräch i.d.R. in 30 Minuten abgehakt. Bislang musste ich auch meistens Kostproben meiner Englischkenntnisse liefern, obwohl die Personalsachbearbeiterin im Nachhinein sagte, dass sie kaum andere Stellen als Sachbearbeiter und Assistenten im Repertoire hat. Übersetzungsarbeiten stehen also nicht an. Korrekturlesen und Texte verfassen? –Mangelware. Teilzeitangebote bekommt sie auch nur etwa einmal im Monat rein. Rosige Aussichten.

Weiterlesen

Das Vorstellungs-gespräch als Selbsterfahrung

Und wieder einmal habe ich ein Vorstellungsgespräch überlebt. Hier nun die Fortsetzung des verwandten Artikels.

Ich habe Rechenschaft abgelegt. Anders kann ich nicht beschreiben, was mir gestern am späten Nachmittag widerfahren ist. Fragen über Fragen zu meinem (Arbeits-)Leben. Also begibt man sich auf eine Reise in die Vergangenheit, hält Rückschau – und erklärt und rechtfertigt sich.

Warum haben Sie dies getan? Warum haben Sie das getan? Was waren Ihre Ziele, Ihre Absichten? Warum sind Sie diesen, und nicht jenen Weg eingeschlagen?

Weiterlesen

Das Vorstellungsgespräch – ein Erfahrungs-bericht

Eines vorweg: Ich bin kein Experte! Aber ich lass meine Erfahrung sprechen. Denn es gehen schon so einige Vorstellungsgespräche vielfältigster Natur auf mein Erfahrungskonto. Einige davon eher informell, andere umso ernsthafter, davon wenige unter vier Augen, dafür mehr in großer Runde – ein Assessment-Center durfte ich auch schon durchlaufen.

Da man aus Fehlern bekanntlich am besten lernt, beginne ich mit meinen beiden größten Faux-Pas. Einer davon ist mir erst letzte Woche unterlaufen und war Teil eines meiner bislang unsympathischsten Vorstellungsgespräche.

Es handelte sich um die Bewerbung auf eine Assistenzstelle für ein musiktherapeutisches Institut. Meine Bewerbung darauf lag schon einige Zeit zurück. Aus diesem Grunde überraschte mich die Einladung zum Vorstellungsgespräch einigermaßen.
Die Stellenbeschreibung hatte ich schon gelöscht, ebenso wie mein gesamtes Bewerbungsschreiben (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse).

Ich wusste demnach weder, auf welche Stelle ich mich genau beworben hatte, noch, welche Informationen ich über mich im Bewerbungstext preisgegeben hatte. (Wie sich später im Gespräch herausstellte, hatte ich „vergessen“, meine beiden Kinder zu erwähnen.)
Bevor ich losging, druckte ich mir lediglich die Wegbeschreibung aus und notierte mir den Namen meiner Ansprechpartnerin im Institut.

MERKE:
Anschreiben, Lebenslauf und Stellenbeschreibung erst vernichten, wenn die Absage kommt!

Ich lag gut in der Zeit und kam eine knappe Viertelstunde zu früh zum Vorstellungsgespräch. Eigentlich unproblematisch, denn Unternehmen richten i.d.R. einen „Warteraum“ für Zufrühkommer ein oder der Bewerber wird einfach ins Büro der Sekretärin gesetzt. Nicht so beim musiktherapeutischen Institut. Hier war das Büro so klein, dass ich bereits im schmalen Flur dem vierköpfigen Prüferkolloquium gegenüberstand. Leicht verärgert begrüßte man mich mit dem Satz: „Sie sind doch zu früh, oder?“.

Ich und die vier anderen nahmen daraufhin nacheinander im größten Büro Platz. Der Tisch war reich gedeckt mit raffiniert aussehenden Canapés und Getränken. Mir bot man allerdings keines von beiden an. Die Stimmung war feindselig. Ich hatte das Gefühl, man hätte sich längst für einen Bewerber entschieden und müsse nun proforma noch mich durchschleusen.

Da ich nun aber den Weg zum Institut auf mich genommen und mich herausgeputzt hatte, ignorierte ich diese ersten Anzeichen der Abneigung und beantwortete brav jede Frage ausführlich und interessiert. Bis auf eine einzige, auf die mir partout keine Antwort einfiel: „Was hat Sie denn dazu bewogen, sich gerade beim musiktherapeutischen Institut zu bewerben? Kennen Sie unser Tätigkeitsfeld?“
Dies war Faux-Pas Nummer 2 und wurde von meinem übelgelaunten Gegenüber auch gleich mit einem „schlecht vorbereitet“ quittiert.

MERKE:
Sich nicht über den potentiellen Arbeitgeber zu informieren, kommt ganz schlecht an!

Ich weiß nicht, wie andere Bewerber vorgehen, wenn sie nach einem neuen Job Ausschau halten. Ich für meinen Teil entwerfe einen Text für ein bestimmtes Stellenprofil, sagen wir „Assistentin“. Danach schicke ich Kopien dieses Textes in minimalen Variationen an Unternehmen, die Stellenanzeigen geschaltet haben, in denen sie nach einer Assistentin suchen.
Branchen und Unternehmen sind nebensächlich.
Insofern ist die Frage nach dem „Warum gerade wir?“ ziemlich knifflig.
Meine Wahrheit (ich suche einen Job, denn ich will Geld verdienen) klingt zu unprätentiös. Insofern muss ich mir echt den Kopf zerbrechen, welche Gründe ich nun tatsächlich angebe. Anders verhält es sich bei den Glücklichen, die einen bestimmten Job unbedingt wollen und tatsächlich Gründe haben, die über das bloße Geldverdienen hinausgehen.

MERKE:
Genau überlegen, welche Gründe man angibt, weshalb man sich wo bewirbt!

Fortsetzung folgt…