Beruf kommt von Berufung

Ich habe meine erste Blog-Parade veröffentlicht!

Das Thema liegt mir am Herzen: Beruf kommt von Berufung habe ich es genannt. Es dreht sich also um die Berufswahl.

Am Ende der Schullaufbahn denkt man ja noch, dass einem alle Türen offenstehen, man muss sich lediglich für einen Beruf entscheiden. Wenn das nur so einfach wäre… Denn wie wir alle wissen, klappen viele Türen ganz schnell wieder zu, wenn man sich erst einmal für einen Beruf und somit gegen viele andere entschieden hat. Und das macht die Entscheidungsfindung nicht gerade einfach.

Den detaillierten Text lest ihr auf meiner Seite zur Blogparade. Dort beschreibe ich auch, wie eine Blog-Parade funktioniert und wie ihr teilnehmen könnt.

Ich freue mich über jeden Beitrag, in dem ihr eure persönlichen Erfahrungen schildert!

Selbstständigkeit versus Festanstellung

Die Bewerbungsphase ist abgeschlossen, soll heißen: Ich bewerbe mich nicht mehr. Auch wenn mich Zeitarbeitsfirmen anrufen, weil sie neue Einsätze für mich haben – natürlich begrenzt auf wenige Wochen oder Monate – lehne ich ab.

So etwas nehmen sie einem übel. Da sind sie wirklich nachtragend. Wenn man einmal sagt „Nee, für zwei Monate lohnt sich der Aufwand nicht. Ich bin nur an längerfristigen Angeboten interessiert.“, kann man mit Gewissheit davon ausgehen, dass sie sich nie wieder bei einem melden.

Tja, so ist das halt. Ich habe es akzeptiert – und ich habe auch meine eigene Haltung dazu endlich akzeptiert und keine Gewissensbisse mehr, wenn ich derlei Angebote ablehne.

Nun denn, zurück zur Selbstständigkeit. Es hat mich Einiges an Überwindung gekostet, mir einzugestehen, dass es keinen anderen Ausweg gibt. Für mich war die Selbstständigkeit (oder Freiberuflichkeit) zwar immer schon eine verlockende Option – einfach weil ich supergern an eigenen Projekten arbeite. Aus finanzieller Sicht fand und finde ich sie jedoch äußerst unattraktiv.

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Shame on me

Gestern hatte ich wieder ein Vorstellungsgespräch, diesmal bei Manpower. DIS AG, az GmbH, Manpower – mittlerweile habe ich mich schon bei den größten Zeitarbeitsfirmen in Berlin registrieren lassen, bei vielen kleinen, unbekannten sowieso. Und trotzdem hocke ich immer noch zu Hause. Ich weiche aber auch konsequent keinen Schritt zurück von meiner Vorgabe: bis 15.30 Uhr maximal – länger arbeite ich nicht. Ich will einfach keine Wochenend-Mami sein.

Wie auch immer, das Vorstellungsgespräch verlief ganz gut. Zeitarbeitsfirmen gehen komischerweise nicht auf jedes Detail ein, insofern ist ein Vorstellungsgespräch i.d.R. in 30 Minuten abgehakt. Bislang musste ich auch meistens Kostproben meiner Englischkenntnisse liefern, obwohl die Personalsachbearbeiterin im Nachhinein sagte, dass sie kaum andere Stellen als Sachbearbeiter und Assistenten im Repertoire hat. Übersetzungsarbeiten stehen also nicht an. Korrekturlesen und Texte verfassen? –Mangelware. Teilzeitangebote bekommt sie auch nur etwa einmal im Monat rein. Rosige Aussichten.

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Schisser

Wenn die berufliche Veränderung nicht erforderlich wäre, würde ich sie auch nicht in Angriff nehmen. Nur weil ich Zeitarbeiterin bin, muss ich gehen – und mich in einem anderen Job einfinden.
Warum fällt es mir so schwer, die Zelte abzubrechen und etwas Neues zu beginnen?

Der Job hier ist mit Sicherheit kein Traum. Er ist eine Sackgasse. Ich bin seit einem guten halben Jahr hier und habe sehr viel gelernt. Aber kann ich noch etwas hinzulernen? Nein. Kann ich mich weiterentwickeln? Nein. Bin ich intellektuell gefordert? Selten. Nehmen wir den heutigen Tag: Bis auf eine kurze stressige Situation heute Morgen gab es sonst keine Vorkommnisse. Nichts zu tun. Ich sitze an meinem Schreibtisch und blogge. Wozu also bleiben?

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Die Ungewissheit schlägt zu – ich schlage zurück!

Gestern hat es mich völlig ausgeknockt. Plötzlich hatte ich Fieber und konnte nur noch im Bett liegen. Sobald ich mich aus der Horizontalen in die Vertikale bewegt habe, wurde mir übel, ohne dass ich mich hätte übergeben müssen. Mir war einfach den ganzen Tag lang schlecht, aber ich wusste nicht, aus welchem Grund.

Mittlerweile geht es mir wieder bestens, denn ich habe herausgefunden, was mich so bedrückt hat: Es war kein Virus, sondern die Ungewissheit. Die Ungewissheit darüber, wie es nächstes Jahr weitergehen wird.
Mein Chef hatte mir ja zugesichert, dass es auf jeden Fall im Verband weitergehen würde, weil ich zu seiner Zufriedenheit gearbeitet habe. Er wusste zwar noch nicht, auf welcher Position, doch die Festanstellung wäre sicher. Für ihn war das kein Thema, über das er lange nachzudenken brauchte. Er nahm an, das erledige sich schon von selbst. Man bräuchte sich also keine Sorgen zu machen.

Ich sorgte mich trotzdem. Keine Ahnung, weshalb. Vielleicht, weil alles so verschwommen auf mich wirkte. Wochenlang sickerten keine konkreten Informationen durch.

Heute Mittag jedenfalls kam die Wahrheit doch noch ans Licht. Mein Chef rief mich zu Hause an, da ich krankgeschrieben bin, um mir mitzuteilen, dass ich noch ein bis zwei Monate im Verband bleiben darf, als Zeitarbeiterin selbstverständlich, bis man die Stelle neubesetzt habe. Er sprach die Wahrheit sehr kühl aus, als wären wir uns fremd, ließ die Information, dass ich noch ein bis zwei Monate bleiben dürfe, jedoch klingen, als müsse ich dankbar dafür sein. Kein Wort der Entschuldigung für den miserablen Verlauf einer vermeintlichen Festeinstellung.
Dass ich die Stelle kriege, in die ich bestens eingearbeitet bin, kommt nicht in Frage, da ich ja nur 35 Wochenstunden arbeiten kann, nicht wie geplant 40. Davon weiche ich auch nicht ab, denn ich würde lieber weniger als mehr Stunden dafür aufwenden.

Trotz der fadenscheinigen Begründung und der ausgebliebenen Entschuldigung fühle ich mich nun tatsächlich viel besser. Es ist ungemein befreiend, zu wissen, woran man ist. Am liebsten würde ich nur noch bis zum 31.12. beim Verband arbeiten gehen und mir dann etwas anderes suchen. Meine Motivation hält sich arg in Grenzen. Wenn ich nicht so scharf auf ein gutes Arbeitszeugnis wäre, hätte ich gar keine mehr.
Gestern hatte ich bereits ein telefonisches Vorstellungsgespräch, das sehr vielversprechend verlaufen ist, morgen habe ich eines, bei dem ich physisch anwesend sein muss. Beide Stellen interessant und vielseitig. Es ist, als sei alles schon vorprogrammiert gewesen.

Nur von meinem Chef bin ich enttäuscht. Er hat falsche Hoffnungen in mir keimen lassen. Obwohl er so gebildet ist, hat er so unklug gehandelt. Ohne seine Versprechungen würden wir völlig neutral getrennter Wege gehen. So aber fühle ich mich für dumm verkauft.
Denn auf der mir versprochenen Position wäre ich schon gern beim Verband geblieben. Die Kollegen dort sind schließlich sehr, sehr nett zu mir gewesen. Wir lagen auf einer Wellenlänge. Das Aufgabengebiet habe ich allerdings nicht kennen gelernt.

Doch darüber, dass mir die Sekretärinnenstelle aus o.g. Gründen nicht angeboten wird, sollte ich mich wirklich freuen. Denn phlegmatisch, wie der Mensch ist, hätte ich angenommen. Und das wäre mein langsames, aber sicheres Verderben gewesen. Die Sekretärin, die ich vertreten habe, hat einen Burn-out erlitten und wollte deshalb nicht mehr zurück in ihren Job. Mir wäre es ähnlich ergangen, denke ich. Das Arbeitspensum war mehr als gering, die Arbeit selbst unbefriedigend, die Mitarbeiterer oft harsch im Ton und wenig anheimelnd. Und dafür soll ich auf wertvolle Familienzeit verzichten? Nie, dziękuję.

Nun gut, das Leben besteht aus Trennungen. Und Neuanfängen.