Der Buchkasten

Ein Nachtrag zu Bibliothek reloaded:

Ganz vergessen habe ich den Buchkasten, der in einer Gartenkolonie unweit von meiner Wohnung aufgebaut wurde. Diese Gartenkolonie gehört zu den fortschrittlicheren. Sie hat sich der Welt geöffnet. Auch als Nicht-Gärtner kann man hindurchschlendern und sich alles nach Lust und Laune angucken. Die Tore werden nie geschlossen. Es gibt nicht mal Tore.

Nun ja, sie ist auch wirklich einmalig hübsch, diese Kolonie. Man sieht gleich, dass die Gärtner dort ihr Herzblut reingesteckt haben. Manchmal sehen solche Kolonien ja recht verlottert aus, die Häuser nur noch Baracken, die Gärten vernachlässigt. Favelas nenne ich sie, v.a. wenn sie zwischen S- und Autobahn liegen…

Jedenfalls kam ein Gärtner auf die Idee, einen Buchkasten zu bauen, den er am Wegesrand aufstellte und gleich mit Büchern bestückte. Vorbeigehende sind dazu aufgerufen, sich Bücher herauszunehmen und ihrerseits welche hineinzulegen, die sie schon ausgelesen haben. Lediglich die Abgabe von Romanheften ist verboten, das steht ausdrücklich auf dem Kasten.

Leider war bislang noch kein Buch nach meinem Geschmack dabei, aber vielleicht bringe ich trotzdem mal welche vorbei. Sie bei Amazon zu verscheuern, lohnt sich ohnehin nicht.

Auf alle Fälle mag ich den Grundgedanken des Tauschens und deshalb auch die Idee des anonymen Gärtners. Wobei die Idee natürlich nicht neu ist. Es gibt noch zahlreiche andere Buchstationen in Deutschland, in ausrangierten Telefonzellen zum Beispiel.

Bibliothek reloaded

Ich stelle immer wieder fest, dass ich kein Trendsetter bin. Erst wenn Trends sich etabliert haben oder gar wieder abklingen, werde ich drauf aufmerksam. Das fing schon früh an, als ich bspw. erst Take-That-Fan wurde, als sich die Boyband endgültig aufgelöst hatte.

Doch nur weil ich spät dran bin mit meiner Entdeckung, muss das nicht heißen, dass sich der Trend schon wieder erledigt hat. Einer dieser Trends, das Ausleihen nämlich, hält sich bislang hartnäckig und das – meines Erachtens – zurecht. Zugegeben, es handelt sich bei diesem Trend nicht um eine völlig neue Idee. Wenn man die Bibliothek berücksichtigt, wird bei diesem Trend eher etwas Altbewährtes aufgegriffen. In Bibliotheken kann ich seit jeher Stunden zubringen. Insofern war mir der Trend des Leihens und Tauschens sofort sympathisch.

Vor etwa einem Jahr erfuhr ich von der Idee, sich Spielzeug auf der Basis eines Abonnements auszuleihen. Bei 10€ fangen die Abo-Gebühren an. Dafür bekommt man im Monat zwei Spielzeuge seiner Wahl zugeschickt. Das Sortiment auf „Meine Spielzeugkiste“ ist groß. Meine anfängliche Angst, das Abo könne sich nach nur wenigen Monaten erschöpft haben, war also unbegründet.

Juhuu, die neue Spielzeugkiste ist da!

Juhuu, die neue Spielzeugkiste ist da!

Dank der „Spielzeugkiste“ hat meine Tochter nicht nur jeden Monat zwei neue, hochwertige Spielzeuge, ich bin auch noch um ein paar Erkenntnisse reicher geworden.

Dass Kinder früher oder später das Interesse an ihrem Spielzeug verlieren, war mir längst klar (und das war auch der Grund, weshalb ich mich fürs Ausleihen entschieden habe). Dass Spielzeug, egal von welchem Hersteller und wie pädagogisch wertvoll, eigentlich kaum noch eine Rolle spielt, hätte ich dann aber doch nicht gedacht.

Bislang habe ich meiner Tochter nämlich fast immer die besonders teuren Holzspielzeuge aus deutscher Produktion ausgeliehen, weil diese mir zum Kauf zu teuer waren. Komischerweise landeten diese nach nur einem Mal Bespielen genauso in der Ecke wie der dudelnde „Lerncomputer“ made in China.

 

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