Ich weiß nicht, was ich wollen soll

I’m a copy cat.

Aber ich kopiere nur, weil ich den Titel so sagenhaft zutreffend finde – und lustig. Mittlerweile habe ich das gesamte Buch durch. Lustig war es dann doch nicht, jedoch aufschlussreich. Ich möchte sogar behaupten, dieses Buch kam einer Erleuchtung gleich:

Ich weiß nicht, was ich wollen soll

„Ich weiß nicht, was ich wollen soll – Warum wir uns so schwer entscheiden können und wo das Glück zu finden ist“ von Bas Kast

So treffend der Titel, so unglücklich aber der Untertitel. Der hätte mich beinahe um die Lektüre dieses Buches gebracht. Ein Glücksratgeber, na, das klingt ja vielversprechend…

Kast hat aber gerade keinen Ratgeber geschrieben. Sein Buch ist eine Bestandsaufnahme, eine Analyse mit anschließender Bewertung. Ein Sittenbild.
Aufhänger ist der in unserer westlichen Gesellschaft wie ein Virus um sich greifende Unwille, sich festzulegen. Wir wollen auf nichts verzichten, geraten bei der Umsetzung des „Alles-oder-Nichts“ aber ganz schön ins Schwitzen (ergo Stress). Kast ergründet, weshalb wir trotz Freiheit und Wohlstand nicht so glücklich sind, wie wir es sein müssten. Ganz im Gegenteil, wir sind deprimiert, fühlen uns gehetzt.

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Erster Arbeitstag als Sekretärin

Der Montag war herrlich. Ich habe meinen freien Tag genossen, als gäb’s kein Morgen mehr. Bis dann – zum Glück erst am frühen Abend – der Anruf der DIS AG kam, dass ich tatsächlich Dienstag als Sekretärin anfangen könne. Bis dato hatte ich mir solch utopische Szenarien ausgemalt, dass das Kundenunternehmen aus unerfindlichen Gründen doch einen Rückzieher machen würde. Ich wollte nicht mehr arbeiten. Ich wollte einfach nur zu Hause bleiben und mein Leben genießen, trotz Geldmangels und Langeweile.

Nun aber sitze ich in einem mir völlig fremden Büro und habe nichts zu tun.

Ich hatte mir ein echtes Schreckensszenario ausgemalt. Es handelte vornehmlich von Überlastung. Ich dachte, ich müsste als Sekretärin an alles denken. An ALLES. Getränkelieferanten reinlassen, Gäste bewirten, Klopapier besorgen, Druckerpatronen austauschen, nebenbei noch die Geschäftskorrespondenz erledigen und Rechnungen schreiben…

Tja, es ist anders gekommen. Besser, würde ich sagen. Zumindest habe ich rein gar nichts zu tun. Ich habe das Gefühl, man wolle mir nicht zu viel zumuten. Ich habe also vorgeschlagen, den Kühlschrank zu säubern. Dies wurde mir zögernd erlaubt.