Bibliothek reloaded

Ich stelle immer wieder fest, dass ich kein Trendsetter bin. Erst wenn Trends sich etabliert haben oder gar wieder abklingen, werde ich drauf aufmerksam. Das fing schon früh an, als ich bspw. erst Take-That-Fan wurde, als sich die Boyband endgültig aufgelöst hatte.

Doch nur weil ich spät dran bin mit meiner Entdeckung, muss das nicht heißen, dass sich der Trend schon wieder erledigt hat. Einer dieser Trends, das Ausleihen nämlich, hält sich bislang hartnäckig und das – meines Erachtens – zurecht. Zugegeben, es handelt sich bei diesem Trend nicht um eine völlig neue Idee. Wenn man die Bibliothek berücksichtigt, wird bei diesem Trend eher etwas Altbewährtes aufgegriffen. In Bibliotheken kann ich seit jeher Stunden zubringen. Insofern war mir der Trend des Leihens und Tauschens sofort sympathisch.

Vor etwa einem Jahr erfuhr ich von der Idee, sich Spielzeug auf der Basis eines Abonnements auszuleihen. Bei 10€ fangen die Abo-Gebühren an. Dafür bekommt man im Monat zwei Spielzeuge seiner Wahl zugeschickt. Das Sortiment auf „Meine Spielzeugkiste“ ist groß. Meine anfängliche Angst, das Abo könne sich nach nur wenigen Monaten erschöpft haben, war also unbegründet.

Juhuu, die neue Spielzeugkiste ist da!

Juhuu, die neue Spielzeugkiste ist da!

Dank der „Spielzeugkiste“ hat meine Tochter nicht nur jeden Monat zwei neue, hochwertige Spielzeuge, ich bin auch noch um ein paar Erkenntnisse reicher geworden.

Dass Kinder früher oder später das Interesse an ihrem Spielzeug verlieren, war mir längst klar (und das war auch der Grund, weshalb ich mich fürs Ausleihen entschieden habe). Dass Spielzeug, egal von welchem Hersteller und wie pädagogisch wertvoll, eigentlich kaum noch eine Rolle spielt, hätte ich dann aber doch nicht gedacht.

Bislang habe ich meiner Tochter nämlich fast immer die besonders teuren Holzspielzeuge aus deutscher Produktion ausgeliehen, weil diese mir zum Kauf zu teuer waren. Komischerweise landeten diese nach nur einem Mal Bespielen genauso in der Ecke wie der dudelnde „Lerncomputer“ made in China.

 

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Verliebt in Berlin(er Mode)

Berlin wird ja seit ein paar Jahren unglaublich gehypt. Die Gründe dafür sind mir unbekannt. Gab „Verliebt in Berlin“ vielleicht den Startschuss? Wer weiß.

Auf jeden Fall hebt dies die Berliner nun quasi auf ein Podest, welches nichts Geringeres besagt als: Berliner sind hip. Nicht-Berliner denken nun wahrscheinlich, dass ihnen Berliner in Stylingfragen stets einen Schritt voraus sind. Kann ich nicht bestätigen. Genau genommen, greifen wir auf das zurück, auf das alle zurückgreifen: H&M, Mango, Zara, Esprit und wie sie alle heißen.
Als ich mich noch zu den Nicht-Berlinern zählte, habe ich mich jedenfalls immer besonders schick gemacht, wenn ich mal in die Hauptstadt kam. Wahrscheinlich bin ich so erstrecht als Touristin aufgefallen.

Fakt ist ja leider auch, dass man in Berlin mehr Armut sieht als auf dem Lande. Gerade in den Bezirken, die keinerlei Anziehungspunkte für Touristen bieten, kann man anhand ihrer Kleidung schon sehen, dass es den Leuten nicht gut geht. Dadurch, dass die Bevölkerung jedoch wenig homogen in ihrer Einkommensstruktur ist, wohnen Arm und Reich nah beieinander. Man kann diejenigen schwerlich übersehen (und vergessen), die sich am unteren Ende der Sozialskala bewegen. Dadurch bleibe zumindest ich immer demütig und kleide mich unauffällig. Abgesehen davon, dass ich Statussymbolen sehr skeptisch gegenüberstehe, würde ich auch meine Kinder nie im „Prenzlauer-Berg-Style“ rumlaufen lassen. Das wäre mir einfach peinlich gegenüber denjenigen, die sich wenig leisten können.

 

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