meine Netzperlen

Netzperlen gibt es viele, doch kaum wird man danach gefragt, fällt einem das Erinnern schwer. So gesehen, verhält es sich mit der Antwort auf die Netzperlen-Frage wie mit der Geschenkefrage vor Weihnachten, auf die man letztlich doch nur mit einem Schulterzucken reagiert.

Zum Glück gibt es als Erinnerungsstütze die Blogroll und aus dieser zitiere ich nun zwei Links, die ich jedem, der des Englischen halbwegs mächtig ist, ans Herz legen kann:

Zunächst ist da salon.com, ein Online-Magazin, das sowohl das aktuelle Tagesgeschehen kommentiert als auch diverse andere Themen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Technologie und Unterhaltung stets ein wenig provokativ abhandelt. Nein, salon.com ist nicht unparteiisch und gerade das macht diese Online-Plattform so lesbar.

Hinzu kommt ein schier unermesslicher Artikelreichtum. Man kann tatsächlich stundenlang auf salon.com surfen, ohne dass man merkt, wie die Zeit verfliegt. Die Beiträge sind aber auch sehr umfangreich. Insofern drucke ich sie mir hin und wieder aus und lese sie offline. Letztlich surfe ich die Plattform aber doch recht selten an, weil beim Lesen einfach zu viel (Arbeits-)zeit flöten geht.

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gelangweilt als Urlaubsvertretung

Momentan gibt es einfach keinen Input. Ich will schreiben, aber es passiert nichts, worüber ich schreiben könnte. Meine Kollegin ist im Urlaub und sie hat sich vorher wahnsinnige Sorgen darüber gemacht, ob ich allein klarkomme. Mehrmals ist sie die Mappe für Vertretungsarbeiten mit mir durchgegangen und hat sich beinahe dafür entschuldigt, sich eine Woche freigenommen zu haben. Und nun: Flaute. Nicht dass es mich überraschen würde, aber mit ein wenig Mehraufkommen habe ich schon gerechnet.

Ich sitze vor Outlook und checke heute Morgen schon zum dritten Mal meinen Kalender und den der Geschäftsführung. Nichts. Zumindest nichts für mich.Die Kaffeemaschine ist sauber, Drucker und Faxgerät angeschaltet, der Datumsstempel aktualisiert, die eMails gecheckt. Selbst meine Schränke habe ich bereits aufgeräumt. Ich könnte ja noch mal im Sekretärinnenhandbuch blättern oder mir selbst ein Arbeitszeugnis ausstellen…

Gerade ist eine Kollegin auf mich zugekommen, um mich zu fragen, ob ich Arbeiten für die Auszubildende habe, die gestern aus Köln gekommen ist und nun ein paar Wochen im Berliner Büro helfen soll. Das erinnert mich an Praktika aus längst vergessenen Zeiten. Ich wusste nicht, dass Azubis einen ähnlich schweren Stand haben.

Das Büro füllt sich langsam, es wird lauter. Ich frage mich, ob es den Kollegen ähnlich geht. Ob sie auch nichts zu tun haben und die Zeit totschlagen mit Nichtigkeiten.

Trotzdem möchte ich um kein Geld der Welt mit meinem Mann tauschen, der bei ebay unter Dauerstress steht und nur im viel zitierten Sommerloch mal durchatmen kann. Dabei steht er in der Hierarchie nicht einmal besonders weit oben. Ebay hat schlicht und ergreifend nur so wenige Mitarbeiter für die jeweiligen Sachgebiete, dass sie gerade hinkommen, wenn die Belegschaft zu 100% da ist. Wenn jedoch einer krank wird oder Urlaub macht, sind die Kollegen nur noch am Rotieren, haben kaum Zeit für die Mittagspause, machen Überstunden.

Beim Verband hier wird das genaue Gegenteil gelebt. Vielleicht liegt es daran, dass man ein Verein ist, und keine AG. Offenbar ist man den Leuten, die fleißig ihre Krankenkassenbeiträge zahlen, nicht mehr schuldig. Ich will mich gar nicht beschweren.