Erster Arbeitstag als Sekretärin

Der Montag war herrlich. Ich habe meinen freien Tag genossen, als gäb’s kein Morgen mehr. Bis dann – zum Glück erst am frühen Abend – der Anruf der DIS AG kam, dass ich tatsächlich Dienstag als Sekretärin anfangen könne. Bis dato hatte ich mir solch utopische Szenarien ausgemalt, dass das Kundenunternehmen aus unerfindlichen Gründen doch einen Rückzieher machen würde. Ich wollte nicht mehr arbeiten. Ich wollte einfach nur zu Hause bleiben und mein Leben genießen, trotz Geldmangels und Langeweile.

Nun aber sitze ich in einem mir völlig fremden Büro und habe nichts zu tun.

Ich hatte mir ein echtes Schreckensszenario ausgemalt. Es handelte vornehmlich von Überlastung. Ich dachte, ich müsste als Sekretärin an alles denken. An ALLES. Getränkelieferanten reinlassen, Gäste bewirten, Klopapier besorgen, Druckerpatronen austauschen, nebenbei noch die Geschäftskorrespondenz erledigen und Rechnungen schreiben…

Tja, es ist anders gekommen. Besser, würde ich sagen. Zumindest habe ich rein gar nichts zu tun. Ich habe das Gefühl, man wolle mir nicht zu viel zumuten. Ich habe also vorgeschlagen, den Kühlschrank zu säubern. Dies wurde mir zögernd erlaubt.

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