Kündigung wegen Teilzeit-Wunsch

Die DIS AG hatte es dann doch eilig, mich loszuwerden. Keine Ahnung, was der wahre Grund ist. Man gab an, es sei unmöglich einen Job für mich zu finden, dessen Arbeitszeit weniger als 40 Wochenstunden vorsieht. Ich hätte mich sogar noch für 35 Wochenstunden hergegeben. Doch nein, es hat nicht sollen sein.

Das Kündigungsschreiben kam per Kurierdienst, weil ich mich nicht persönlich im Büro der DIS AG einfinden wollte. Letzten Endes ist eingetroffen, was ich mir insgeheim gewünscht habe: Die Zeitarbeit wurde beendet. Doch nun habe ich gar keinen Job mehr und somit auch kein Geld. Da ich mich in den vergangenen Monaten jedoch daran gewöhnt hatte, relativ viel Geld zur Verfügung zu haben, ist es nun recht bedrückend, auf das Ersparte zurückgreifen zu müssen.

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Ich weiß nicht, was ich wollen soll

I’m a copy cat.

Aber ich kopiere nur, weil ich den Titel so sagenhaft zutreffend finde – und lustig. Mittlerweile habe ich das gesamte Buch durch. Lustig war es dann doch nicht, jedoch aufschlussreich. Ich möchte sogar behaupten, dieses Buch kam einer Erleuchtung gleich:

Ich weiß nicht, was ich wollen soll

„Ich weiß nicht, was ich wollen soll – Warum wir uns so schwer entscheiden können und wo das Glück zu finden ist“ von Bas Kast

So treffend der Titel, so unglücklich aber der Untertitel. Der hätte mich beinahe um die Lektüre dieses Buches gebracht. Ein Glücksratgeber, na, das klingt ja vielversprechend…

Kast hat aber gerade keinen Ratgeber geschrieben. Sein Buch ist eine Bestandsaufnahme, eine Analyse mit anschließender Bewertung. Ein Sittenbild.
Aufhänger ist der in unserer westlichen Gesellschaft wie ein Virus um sich greifende Unwille, sich festzulegen. Wir wollen auf nichts verzichten, geraten bei der Umsetzung des „Alles-oder-Nichts“ aber ganz schön ins Schwitzen (ergo Stress). Kast ergründet, weshalb wir trotz Freiheit und Wohlstand nicht so glücklich sind, wie wir es sein müssten. Ganz im Gegenteil, wir sind deprimiert, fühlen uns gehetzt.

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Die ausstehende Entscheidung

So viel Input, aber keine Zeit zum Schreiben. Mittlerweile bin ich vollständig eingearbeitet und habe doch kontinuierlich zu tun. Selbst jetzt vor Weihnachten. Vielleicht ist mir die Arbeit auch wichtiger geworden und ich ignoriere die etwas lästigen Aufgaben nicht mehr – wie vor zwei Monaten, als ich noch fleißig gebloggt habe.

Die Arbeit ist mir tatsächlich wichtiger geworden, weil mir in Aussicht gestellt wurde, hier zu bleiben. In dieser Woche nun soll sich entscheiden, in welchem Arbeitsverhältnis und auf welcher Position. Denn dass ich weiterhin Sekretärin bleibe, ist wohl keine Option. Hierzu folgende „Anekdote“:

Ich vertrat bisher eine Sekretärin, die krankheitsbedingt fehlte. Diese kündigte allerdings zum 31.12. und die Geschäftsführung sucht nun Ersatz. Da eine Kündigungsfrist von drei Monaten besteht, steht die Kündigung schon seit geraumer Zeit fest. Dies ließ die Geschäftsführung allerdings nicht durchsickern. Anstatt gleich aktiv nach einem passenden Ersatz zu suchen, wartete man zwei Monate, bis man einer Kollegin und mir einen Vorschlag unterbreitete. Dieser Vorschlag mutete auf den ersten Blick seltsam an, kam mir aber entgegen, denn er sah vor, dass meine Kollegin, Frau P., Sekretärin werden würde, ich hingegen ihren jetzigen Job bekommen sollte.

Frau P. ist Sachbearbeiterin in einem anderen Unternehmensbereich. Sie hat bislang nur auf ein Jahr befristete Arbeitsverträge erhalten. Weil jedoch alle sehr zufrieden mit ihr sind, wollte man ihr den Gefallen tun, sie unbefristet als Sekretärin einzustellen. Da ihre Stelle damit frei werden würde, hätte man auch gleich etwas Passendes für mich gehabt.

Nun steht Frau P.‘s Entscheidung seit drei Wochen aus. Tatsächlich scheint sie wenig erfreut über diese Job-Option.
Die Geschäftsführung dachte, sie tue ihr damit einen Gefallen, stattdessen quält sich die arme Frau – und ich mich mit ihr.

Bis gestern wusste ich nicht, wie es weitergehen sollte. Würde ich weiter im Verband arbeiten oder hätte ich vorerst gar keinen Job mehr? Und wenn ich im Verband verbliebe, auf welcher Position würde ich dann arbeiten? Was würde die Sachbearbeiterstelle überhaupt mit sich bringen? Ich habe weder eine Tätigkeitsbeschreibung bekommen noch Details wie Gehalt und Zuständigkeiten.

Darüber möchte ich mich gar nicht beschweren. In der Zeitarbeit wird man ja ganz oft ins kalte Wasser gestoßen. Man weiß nie, was ein neuer Job bringt – und leider kann man es sich auch nicht wirklich aussuchen. Das heißt, theoretisch kann man Jobangebote, die einem die Zeitarbeitsfirma unterbreitet, ablehnen. Das habe ich einmal getan und wurde daraufhin sehr unfreundlich zurechtgewiesen. Letztlich hieß es von Seiten der DIS AG einfach: „Na dann müssen wir den Vertrag mit Ihnen auflösen.“
So viel also zum unbefristeten Arbeitsverhältnis bei der DIS AG.
Aber das ist eine andere Geschichte. Es ging damals um meinen Wunsch nach einer Teilzeitstelle, den die Zeitarbeitsfirma nicht erfüllen konnte oder wollte.

Wie auch immer, ich habe mit meinem Chef telefoniert und er hat sich zu mir bekannt, was mir sehr gut tat. Ich weiß nun, dass es weitergehen wird – irgendwie. Letztlich ist es mir sogar egal, welche Bedingungen damit verknüpft sind, wobei mir klar ist, dass ich mich mit dieser Einstellung unter Wert verkaufe. Was mache ich wohl, wenn mir weniger Gehalt angeboten wird als jetzt? Ist es das dann immer noch wert?

Zugegeben, die Kollegen, die ich bislang kennen gelernt habe, haben auf mich keinen durchweg positiven Eindruck gemacht. Es gibt nur zwei Menschen hier, mit denen ich mich unumwunden gut verstehe, einer davon ist mein Chef.

Momentan bin ich etwas ratlos. So richtig weiß ich nicht weiter. Aber befinde ich mich in der Lage, wählerisch zu sein?