Spiel ohne Regeln

Seltsam, vor Weihnachten schien die Welt zwar nicht in Ordnung, aber wenigstens halbwegs verständlich in Bezug auf mein Berufsleben. Heute wurde ich eines Besseren belehrt:

Wie in meinen vorherigen Posts beschrieben, wurde mir im Verband eine Stelle angeboten, die noch eine Kollegin innehat. Diese sollte auf die freiwerdende Position der Sekretärin wechseln. Diese Position übe ich gerade als Zeitarbeiterin aus.

Kurz vor Weihnachten wurde ich jedoch von meinem Chef angerufen, der mir mitteilte, dass dieser ominöse Jobwechsel doch nicht zustande kommt, weil sich meine Kollegin Frau P. dagegen entschieden hätte. Ich dürfe deshalb nur noch so lange im Verband arbeiten, bis die Stelle der Sekretärin neu ausgeschrieben und besetzt würde.

Ich war enttäuscht, hatte ich mich doch schon auf die neue FESTE Stelle gefreut.

Heute hatte ich zum ersten Mal nach Weihnachten die Gelegenheit, ausführlich mit Frau P. zu quatschen. Und sie erzählte mir sehr glaubwürdig, dass sie sich zwar für die Stelle der Sekretärin entschieden habe, der Verband ihr jedoch zwei Tage später abgesagt hätte – mit der Begründung, dass sie für die Stelle zu gering qualifiziert sei.

Komisch, dass der Verband ihr vor einem Monat jedoch das Angebot gemacht hat und nur noch auf ihre Antwort wartete. Um ihr daraufhin abzusagen. Hm, dubios.

Tatsächlich fanden dann am 23.12. noch Bewerbungsgespräche statt, obwohl uns unser Chef, der dies alles verantwortet, versichert hat, die Stelle würde erst Anfang des neuen Jahres ausgeschrieben werden.

Letztlich müssen Frau P. und ich leicht schockiert feststellen, dass wir nicht nur behandelt werden wie der letzte Dreck, nein, uns wird kontinuierlich dreist ins Gesicht gelogen. Wir sind die Wahrheit nicht wert. Und wir haben auch keine Lobby, um uns dagegen zu wehren. Ich komme mir gerade vor wie ein kleiner Bauer auf dem Schachbrett. Nichts liegt in meiner Hand. Das ist der Mist, wenn man in der Hierarchie ganz unten steht.

Und genau darüber wollte ich schreiben. Danke, lieber PKV, für diese ganz großen Gefühle, ohne die ich gar keinen Anlass hätte, zu bloggen.