Trotz allem: ein Hoch auf die Selbstständigkeit

Die meisten Stellenangebote kommen dann doch unerwartet. Wie ich schon schrieb: die Bewerbungsphase ist abgeschlossen. Gestern kam allerdings wieder eine eMail, ich solle mich melden zwecks Terminvereinbarung für ein Vorstellungsgespräch… Und ich bin hin- und hergerissen, ob ich mir das nicht doch noch mal antun sollte. Geld ist schließlich stets Motivation genug

Schon letzten Freitag war ich zu einem Vorstellungsgespräch im schönen Potsdam eingeladen. Es handelte sich um eine Halbtagsstelle als Sachbearbeiterin (neuerdings Synonym für Sekretärin). Ein Nachzügler wie der obige. Ich wollte mich ja eigentlich voll auf meine Selbstständigkeit konzentrieren.

Das Gespräch verlief vergleichsweise gut. Übung macht eben doch den Meister. Und nach gefühlten 100 Vorstellungsgesprächen in den vergangen 6 Monaten bin ich nun doch ziemlich redegewandt und für jede Frage gewappnet. Meine berufliche Biografie rattere ich mittlerweile aus dem FF runter – und das mit einem entspannten Lächeln auf den Lippen 😉

Ja, mich brachte nichts aus dem Konzept. Nach dem Bewerbungsgespräch war ich deshalb auch nahezu euphorisch. Ich dachte ernsthaft darüber nach, noch durch Park Sanssouci zu schlendern und das gute Wetter zu genießen, entschied mich dann aber doch für die sofortige einstündige Rückfahrt nach Berlin.

Mittlerweile jedoch kriege ich Albträume, wenn ich daran denke, dass die mich nehmen könnten. Denn jetzt, wo es mit der Selbstständigkeit einigermaßen läuft (ich brauchte überhaupt erst mal eine Idee – und die habe ich nun sogar schon umgesetzt), habe ich nicht vor, sie aufzugeben. Arbeit macht plötzlich wieder Spaß. Kurz und gut: ich arbeite gern freiberuflich.
Hinzu kommt der (positive) Fakt, dass sich Arbeit und Familie wunderbar miteinander vereinbaren lassen. Ich fühle mich einfach weniger gestresst und muss auch kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn ich meine Kinder fremdbetreuen lasse. Denn nachmittags bin ich ja wieder für sie da, und zwar zu 100%.

 

Naiv bin ich allerdings nicht. Meine Situation ist insofern suboptimal, als meine Selbstständigkeit noch keinen Cent Gewinn abwirft. Ob sie überhaupt jemals so viel einbringen wird, dass ich davon leben kann, steht in den Sternen. (Daran arbeite ich zwar gerade wie verrückt, sehe mich aber immer wieder mit Rückschlägen konfrontiert.)

Wenn ich eines in der Vergangenheit gelernt habe, dann das: als Angestellte Geld zu verdienen ist wesentlich einfacher als freiberuflich. Natürlich kommt das auch auf den beruf an, klar. Aber allein, dass man Monat für Monat die gleichen Einnahmen verbuchen kann, ob man nun krank ist oder schlecht drauf oder faul oder oder oder, ist ein unglaublicher Vorteil!Davon kann man als Selbstständige nur träumen. Ich zumindest, denn eine Idee zu einem zweiten Whatsapp kam mir leider noch nicht…

Letztlich ist es bei mir meistens so: Ich suche mir eine Arbeit, die mir Spaß macht, und denke erst im Nachhinein ans Geldverdienen. Ich schätze, ich sattle das Pferd von hinten auf. Dass das nicht richtig funktioniert, ist mir mittlerweile klargeworden. Nun muss ich mich fragen, ob ich meine „Arbeit“ nicht doch lieber auf meine spärliche Freizeit verlegen sollte, um mir einen „richtigen“ Job zu suchen. Oder ob ich die Zähne zusammenbeiße und mit wenig Geld zufrieden sein sollte.

Ich werde zurückrufen. Generell ist es nie falsch, neue Erfahrungen zu sammeln. Aber was mache ich dann mit meinem schon angefangenen Projekt?

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