Verliebt in Berlin(er Mode)

Berlin wird ja seit ein paar Jahren unglaublich gehypt. Die Gründe dafür sind mir unbekannt. Gab „Verliebt in Berlin“ vielleicht den Startschuss? Wer weiß.

Auf jeden Fall hebt dies die Berliner nun quasi auf ein Podest, welches nichts Geringeres besagt als: Berliner sind hip. Nicht-Berliner denken nun wahrscheinlich, dass ihnen Berliner in Stylingfragen stets einen Schritt voraus sind. Kann ich nicht bestätigen. Genau genommen, greifen wir auf das zurück, auf das alle zurückgreifen: H&M, Mango, Zara, Esprit und wie sie alle heißen.
Als ich mich noch zu den Nicht-Berlinern zählte, habe ich mich jedenfalls immer besonders schick gemacht, wenn ich mal in die Hauptstadt kam. Wahrscheinlich bin ich so erstrecht als Touristin aufgefallen.

Fakt ist ja leider auch, dass man in Berlin mehr Armut sieht als auf dem Lande. Gerade in den Bezirken, die keinerlei Anziehungspunkte für Touristen bieten, kann man anhand ihrer Kleidung schon sehen, dass es den Leuten nicht gut geht. Dadurch, dass die Bevölkerung jedoch wenig homogen in ihrer Einkommensstruktur ist, wohnen Arm und Reich nah beieinander. Man kann diejenigen schwerlich übersehen (und vergessen), die sich am unteren Ende der Sozialskala bewegen. Dadurch bleibe zumindest ich immer demütig und kleide mich unauffällig. Abgesehen davon, dass ich Statussymbolen sehr skeptisch gegenüberstehe, würde ich auch meine Kinder nie im „Prenzlauer-Berg-Style“ rumlaufen lassen. Das wäre mir einfach peinlich gegenüber denjenigen, die sich wenig leisten können.

 

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Unerwünscht: Kritik auf Facebook

Es gibt jetzt Kameras, die sich auf Selfies (Selbstportraits) spezialisiert haben. Ich bin letztens auf so eine Werbung gestoßen: ein Model steht nachts allein auf einer hellerleuchteten Brücke, dahinter die ebenfalls hellerleuchtete Skyline einer (wahrscheinlich nordamerikanischen) Großstadt. Mit einem Arm hält sie dich Kamera weit von sich gestreckt und schießt ein Selfie.

Da Berlin mittlerweile ein Besuchermagnet ist, sehe ich (insbesondere im Sommer) viele Touristen, die ebendies tun: Selfies schießen. Oft sind es Pärchen. Wahrscheinlich ist es ihnen peinlich, einen Fremden zu fragen, ob dieser ein Foto von ihnen schießen könnte. Aber ganz ehrlich: viel peinlicher sind doch Selfies. In meinen Augen gibt es kaum eine selbstverliebtere Handlung.

Im Tagesspiegel hat ein Artikel eine neue Generation beschrieben, die als bislang erste gänzlich mit dem Internet aufgewachsen ist. Soll heißen, sie kennen die internetlose Zeit nur noch vom Hörensagen. Diese Generation, so schloss der Artikel, sei zwar narzisstisch, aber auch sehr erfolgsorientiert und äußerst kompetent, denn: es sei schließlich eine Herausforderung, nicht nur das analoge Profil, sondern auch die vielen digitalen zu pflegen.

Damit wurde vorrangig auf Facebook angespielt. Auch ich habe ein Facebook-Profil. Vor Jahren habe ich es erstellt und seither nicht mehr verändert. Weder habe ich meinen echten Namen angegeben noch irgendwelche zusätzlichen Eintragungen gemacht (Wohnort, Schule, Arbeitgeber, Lieblingsserien,…). Es hat ein paar Minuten gebraucht, es aufzusetzen, und mich nicht gerade vor eine Herausforderung gestellt.

 

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Trotz allem: ein Hoch auf die Selbstständigkeit

Die meisten Stellenangebote kommen dann doch unerwartet. Wie ich schon schrieb: die Bewerbungsphase ist abgeschlossen. Gestern kam allerdings wieder eine eMail, ich solle mich melden zwecks Terminvereinbarung für ein Vorstellungsgespräch… Und ich bin hin- und hergerissen, ob ich mir das nicht doch noch mal antun sollte. Geld ist schließlich stets Motivation genug

Schon letzten Freitag war ich zu einem Vorstellungsgespräch im schönen Potsdam eingeladen. Es handelte sich um eine Halbtagsstelle als Sachbearbeiterin (neuerdings Synonym für Sekretärin). Ein Nachzügler wie der obige. Ich wollte mich ja eigentlich voll auf meine Selbstständigkeit konzentrieren.

Das Gespräch verlief vergleichsweise gut. Übung macht eben doch den Meister. Und nach gefühlten 100 Vorstellungsgesprächen in den vergangen 6 Monaten bin ich nun doch ziemlich redegewandt und für jede Frage gewappnet. Meine berufliche Biografie rattere ich mittlerweile aus dem FF runter – und das mit einem entspannten Lächeln auf den Lippen 😉

Ja, mich brachte nichts aus dem Konzept. Nach dem Bewerbungsgespräch war ich deshalb auch nahezu euphorisch. Ich dachte ernsthaft darüber nach, noch durch Park Sanssouci zu schlendern und das gute Wetter zu genießen, entschied mich dann aber doch für die sofortige einstündige Rückfahrt nach Berlin.

Mittlerweile jedoch kriege ich Albträume, wenn ich daran denke, dass die mich nehmen könnten. Denn jetzt, wo es mit der Selbstständigkeit einigermaßen läuft (ich brauchte überhaupt erst mal eine Idee – und die habe ich nun sogar schon umgesetzt), habe ich nicht vor, sie aufzugeben. Arbeit macht plötzlich wieder Spaß. Kurz und gut: ich arbeite gern freiberuflich.
Hinzu kommt der (positive) Fakt, dass sich Arbeit und Familie wunderbar miteinander vereinbaren lassen. Ich fühle mich einfach weniger gestresst und muss auch kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn ich meine Kinder fremdbetreuen lasse. Denn nachmittags bin ich ja wieder für sie da, und zwar zu 100%.

 

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Was schenkt man einem kleinen Jungen, der schon alles hat?

Ostern kommt wieder schneller, als man denkt, und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht rätsele, was ich meinem 7-jährigen Sohn schenken soll.

osternEs fällt mir aber auch sauschwer, über den Tellerrand zu schauen. Ich verharre in alten Denkmustern und gehe in meinem Kopf die Karstadt-Spielwarenabteilung durch.

Als er noch richtig klein war, ein Kleinkind also, verhielt es sich genau umgekehrt: Es gab so viele niedliche und überdies praktische Spielzeuge, dass ich mich gar nicht entscheiden konnte. Doch egal, welches Spielzeug ich dann kaufte, es gefiel ihm zumeist.

Heute gibt es nur noch…Lego. Genau genommen Lego Starwars. Gegen Lego Starwars stinkt jedes andere Geschenk ab. Ein Buch, ja, okay, das geht auch noch. Damit beschäftigt er sich sogar eine Weile, besonders wenn es sich um ein Comic handelt. Aber Bücher und Comics kriegt man ja auch in der Bibliothek. Computerspiele sind natürlich auch gern gesehen, aber am besten die von Lego…

Zu dumm nur, dass er schon alles hat: Bücher, PC-Spiele, Lego. Ich bin ratlos.

 

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meine Netzperlen

Netzperlen gibt es viele, doch kaum wird man danach gefragt, fällt einem das Erinnern schwer. So gesehen, verhält es sich mit der Antwort auf die Netzperlen-Frage wie mit der Geschenkefrage vor Weihnachten, auf die man letztlich doch nur mit einem Schulterzucken reagiert.

Zum Glück gibt es als Erinnerungsstütze die Blogroll und aus dieser zitiere ich nun zwei Links, die ich jedem, der des Englischen halbwegs mächtig ist, ans Herz legen kann:

Zunächst ist da salon.com, ein Online-Magazin, das sowohl das aktuelle Tagesgeschehen kommentiert als auch diverse andere Themen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Technologie und Unterhaltung stets ein wenig provokativ abhandelt. Nein, salon.com ist nicht unparteiisch und gerade das macht diese Online-Plattform so lesbar.

Hinzu kommt ein schier unermesslicher Artikelreichtum. Man kann tatsächlich stundenlang auf salon.com surfen, ohne dass man merkt, wie die Zeit verfliegt. Die Beiträge sind aber auch sehr umfangreich. Insofern drucke ich sie mir hin und wieder aus und lese sie offline. Letztlich surfe ich die Plattform aber doch recht selten an, weil beim Lesen einfach zu viel (Arbeits-)zeit flöten geht.

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Warum Träume überbewertet werden

Ich gucke nicht oft fern. Eher schiebe ich eine DVD in den Player, um genau das zu sehen, was ich gerade sehen will – und das gänzlich ohne Werbeunterbrechungen.

Manchmal aber muss ich den Fernseher anschalten, weil ich mit meinem Sohn zusammen etwas gucken will, aber keinen entsprechenden Film auf DVD habe. Vor ein paar Tagen war es wieder soweit, doch wir hatten Glück, denn es lief „Little Miss Sunshine“.

Der (US-amerikanische) Film handelt von einem durchschnittlichen Mädchen, das unbedingt an einer Miss-Wahl teilnehmen will. Sie verwandelt sich am Ende übrigens nicht in einen schönen Schwan, sondern bleibt die, die sie ist – und verliert. Das Mädchen verliert nicht nur, sondern macht sich auch noch zum Gespött der anderen Teilnehmerinnen und des übrigen Publikums.

Nun mag man sich fragen: Weshalb nimmt das Kind überhaupt an einer Miss-Wahl teil, wenn sie eh keine Chance hat, diese zu gewinnen? –Einer der Hauptgründe besteht darin, dass ihre Eltern sie darin bestärken, denn sie verfolgen das Credo:

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Selbstständigkeit versus Festanstellung

Die Bewerbungsphase ist abgeschlossen, soll heißen: Ich bewerbe mich nicht mehr. Auch wenn mich Zeitarbeitsfirmen anrufen, weil sie neue Einsätze für mich haben – natürlich begrenzt auf wenige Wochen oder Monate – lehne ich ab.

So etwas nehmen sie einem übel. Da sind sie wirklich nachtragend. Wenn man einmal sagt „Nee, für zwei Monate lohnt sich der Aufwand nicht. Ich bin nur an längerfristigen Angeboten interessiert.“, kann man mit Gewissheit davon ausgehen, dass sie sich nie wieder bei einem melden.

Tja, so ist das halt. Ich habe es akzeptiert – und ich habe auch meine eigene Haltung dazu endlich akzeptiert und keine Gewissensbisse mehr, wenn ich derlei Angebote ablehne.

Nun denn, zurück zur Selbstständigkeit. Es hat mich Einiges an Überwindung gekostet, mir einzugestehen, dass es keinen anderen Ausweg gibt. Für mich war die Selbstständigkeit (oder Freiberuflichkeit) zwar immer schon eine verlockende Option – einfach weil ich supergern an eigenen Projekten arbeite. Aus finanzieller Sicht fand und finde ich sie jedoch äußerst unattraktiv.

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