Das Mommyblog-Phänomen

Noch immer kreisen meine Gedanken um die Vermarktung meines Blogs.
Orientiere dich an den Besten, heißt es ja immer so schön…

Da ich Mutter bin, habe ich mich recherchetechnisch auf Mütter-Blogs eingeschossen. Das Phänomen der mommyblogs ist zwar nicht neu – schon vor 10 Jahren begannen amerikanische Mütter von ihren Kind-und-Kegel-Erlebnissen zu berichten und ihre Sprösslinge zu portraitieren. Mir war es bis vor kurzem allerdings noch unbekannt. Umso erstaunter war ich darüber, dass sich auch in Deutschland ein regelrechter Hype entwickelt hat.

Die müssen doch was richtig machen (bezüglich des Marketings), wenn ihre Blogs so regen Zulauf erfahren, dachte ich mir…

Gleich vorweg muss ich jedoch eine enttäuschende Recherche-Erkenntnis preisgeben: trotz guten Blog-Marketings scheinen Mommyblogs made in Germany finanziell nicht sonderlich erfolgreich zu sein. Zumindest sieht man kaum Werbeanzeigen auf ihren Plattformen. Muttis bloggen für sich und Gleichgesinnte. Nicht um Geld zu verdienen, sondern um sich auszutauschen und vielleicht etwas Eigenes zu haben, wenn es schon mit dem Job nicht mehr klappt.

Erfolgreich sind viele von ihnen trotzdem, was ihre Zugriffszahlen anbelangt. Die Gründe hierfür liegen vor allem:

  • an der guten Vernetzung der Muttis: sie bloggen Erlebnisse, die andere Mütter nur zu gut kennen, was ein reges Kommentieren zur Folge hat; es folgen Verlinkungen (z.B. in der Blogroll), das Schreiben gegenseitiger Gastbeiträge, die Empfehlung in sozialen Netzwerken und die Teilnahme an Blog-Votings

Die Welt hat den Reiz der Mütter-Blogs in ihrem Artikel „Online-Tagebücher…“ auf den Punkt gebracht:

„Wahrscheinlich funktionieren Blogs wie Seifenopern – wenn man einmal angefangen hat hinzuschauen, dann muss man wissen, wie es mit den Protagonisten weitergeht.“

Nun mag man „Mommyblogs“ belächeln angesichts des vermeintlich fehlenden Tiefgangs ihrer Inhalte. Und ja, viele Muttis bloggen tatsächlich nur über ihre Kinder (oftmals jedoch sehr unterhaltsam und lustig). Es gibt aber auch eine Menge Mütter-Blogs, die lediglich so heißen, weil ihre Autorinnen Mütter sind. Dementsprechend wäre Zeitarbeiterin auch nur ein Mommyblog.

Ist es aber nicht. Insofern sollte man sie nicht unterschätzen, die bloggenden Muttis. Ein paar können tatsächlich mehr als nur Fotos ihrer Kleinen ins Netz stellen…

Brigitte Mom jedenfalls listet bereits über 1000 Blogs, die von Müttern und Vätern ins Netz gestellt wurden und nun gepflegt und gehegt werden. Täglich kommen neue hinzu. Bloggen ist leicht, Schreiben macht Spaß.
Um die Vermarktung kümmern sich danach andere: Brigitte Mom zum Beispiel, auf deren Webseite die wirklich gewinnträchtigen Banner prangen…

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2 Gedanken zu “Das Mommyblog-Phänomen

  1. Ein interessanter Artikel 🙂 Es gibt ja tatsächlich mommy Blogs die richtig erfolgreich sind und deren Schreiberinnen zB auf Events, ins Fernsehen usw. eingeladen werden. Von den zigtausend Produkttests mal ganz zu schweigen, die kriegen auch schon kleinere Blogs angeboten. Im Prinzip sind unsere Blogs ja mehr die Schleichwerbefläche 🙂 Ich könnte mir aber vorstellen, daß das Bloggen durchaus eine Zukunft ähnlich wie in den USA hat, wir hinken doch in vielem ein paar Jahre hinterher. Und der Blog Boom zeigt es doch eigentlich auch…

    Du hast echt einen interessanten Blog btw, lohnt sich mehrfach reinzuschauen 🙂
    Liebe Grüße, Janina

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    • Freut mich zu hören, dass dir mein Blog gefällt, liebe Herzmutter. -Gerade weil ich mich ja nicht immer unkritisch ggü. mommyblogs äußere… Ich denke auch, dass Mütterblogs in Deutschland (und anderswo) die Zukunft gehört. Man liest halt gern mal rein, weil man sich gut mit den Schreiberinnen identifizieren kann. Und viele von den Blogs sind auch sehr liebevoll gestaltet. Ich schau mir gleich mal deins an 🙂

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