Zum Tod von Philip Seymour Hoffman

Ein Gespräch, das vor ein paar Tagen tatsächlich stattgefunden hat:

Einer meiner Lieblingsschauspieler ist letzte Woche gestorben.

Ach ja, wer denn?

Philip Seymour Hoffman.

Ist das der, der Capote gespielt hat? –Der Dicke?

Ja, genau der!

Aber der war doch so hässlich. Und dick.

Hm, aber er war ein unglaublich guter Schauspieler.

Philip Seymour Hoffman

Quelle: Wikipedia

Philip Seymour Hoffman ist tot. Ich komme spät mit meinem Nachruf, das Thema ist schon wieder raus aus den Medien. Jeder hat davon erfahren, ein paar seiner Filme wurden im Fernsehen wiederholt, nun geht das Leben weiter. Trotzdem habe ich das Verlangen, mich kurz zu seinem Tod zu äußern und ihn so auf meine Art zu würdigen.
Als mich die Nachricht ereilte, dass Philip Seymour Hoffman gestorben ist, war ich ehrlich schockiert. Vielleicht nicht einmal so sehr über seinen Tod als vielmehr über die Todesursache. Zugegeben, mit Drogen habe ich nicht viel am Hut. Den einzigen Einblick bescherte mir das Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ und die dort abgebildeten Junkies sahen ganz anders aus als Hoffman. Sie kamen außerdem aus zerrütteten Familien, und waren keine gefeierten Schauspieler. So naiv es auch klingen mag, ich kann die Leute verstehen, die sich nun fragen, welche Gründe gerade Hoffman dazu bewegten, zu Heroin zu greifen. Erfolgreich, beliebt, reich – und, ja, was? Was fehlte da noch?

Ich habe drei, vier Filme mit Hoffman gesehen und war jedes Mal angetan von diesem Schauspieler. Er wirkte immer zu 100% authentisch, vielleicht auch deshalb, weil er nicht der typische Hollywood-Beau war. Besonders „Glaubensfrage“ (mit der fast schon beängstigend überzeugend spielenden Meryl Streep) und „Magnolia“ kann ich jedem Film-Fan ans Herz legen.

Viel mehr kann ich über Hoffman weder sagen noch schreiben. Deshalb habe ich eine kleine Presseschau zusammengestellt. Eine Auswahl der Abgesänge:

The text message would be the last known communication from Philip Seymour Hoffman, whose last hours and days were a jerking and complicated blend of business, socializing, furtive drug deals and, finally, what appeared to be a fatal overdose of heroin: His cold, lifeless body was found Sunday morning on a bathroom floor, a needle still stuck in his arm. […]

He died, by all accounts, an addict’s death, with periods of outward normalcy interrupted by erratic behavior. Shooting a blockbuster film. Business meetings. Ballgames. Binge drinking. Drug buys.
(aus der New York Times)

When we lose a dramatic actor like Heath Ledger, he’s not likely to be replaced. And the same is true for a man in his forties like Hoffman. His death leaves an enormous hole that big-studio Hollywood has no commercial reason to fill. It will take the independent cinema years to find his equal. […]

There’s no necessary connection between artistic talent and drugs and alcohol. We don’t really know what Philip Seymour Hoffman’s demons were, but he was a man acquainted with despair, and now some of us are feeling a little of that, too.
(aus dem New Yorker)

Ultimately, Philip Seymour Hoffman spent his life learning, and teaching, the important lesson that what you are is enough.  And the lives of us who were touched by his life are the better for it.  “In the end,” he said, “I’m grateful to feel something so deeply, and I’m also grateful that it’s over.  And that’s my life.”
(aus Salon.com)

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